HPV-Infektion und Impfung

HPV-Test


An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Deutschland jährlich ca. 6.500 Frauen, ca. 2.000 Erkrankte versterben. Die durch HPV hervorgerufenen Veränderungen im Bereich des Gebärmutterhalses werden bisher durch spezielle eihenuntersuchungen erfasst. Diese Programme haben zwar das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken verringert, verhindern aber nicht die Infektion mit HPV und sich daraus ergebende Schleimhaut-Veränderungen, die Krebsvorstufen darstellen. Viele der Gebärmutterhalskrebse werden bei Frauen diagnostiziert, die nie oder selten beziehungsweise unregelmäßig an den Reihenuntersuchungen teilgenommen hatten. Von Genitalwarzen sind in Europa ca. 1% der Bevölkerung vor allem zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr betroffen. Jedes Jahr treten in Europa bei etwa 225.000 Personen Genitalwarzen neu auf.

Ein HPV-Impfstoff soll einen sicheren Schutz vor dem Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen bieten und somit helfen Leben zu retten. Darüber hinaus reduziert ein solcher Impfstoff die Anzahl der auffälligen oder unklaren diagnostischen Befunde und die Anzahl der Patientinnen, die sich einer belastenden und schmerzhaften Therapie der unterziehen müssen. Geringer wird auch die Zahl der Patienten, die wegen Genitalwarzen einer Behandlung bedürfen ?

Bevor Sie über eine Impfung nachdenken, bieten wir Ihnen einen HPV-Test (=Human-Papilloma-Virus-Test) im Rahmen Ihrer Vorsorgeuntersuchung an. In Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftspraxis für Pathologie können wir Ihnen dann innerhalb von 14 Tagen sagen, ob Sie Trägerin des Hochrisikovirus sind. Sprechen Sie uns an!!!

Kosten: Insgesamt ca. 66,- Euro 

Wissenswertes zur neuen HPV-Impfung


Im September dieses Jahres wurde erstmals in Deutschland ein Impfstoff gegen Papillomviren zugelassen und im Januar wird ein zweiter folgen.

Papillomviren (HPV = Human Papilloma Virus) verursachen Kondylome (Feigwarzen) im Genitalbereich und einige Formen sind bekannt als die Hauptursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen. Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt, oft beim Geschlechtsverkehr. Die Anwendung von Kondomen kann das Infektionsrisiko vermindern, bietet aber keinen sicheren Schutz. Außer durch sexuelle Kontakte kann es aber auch durch Schmierinfektionen, gemeinsames Baden oder kontaminierte Gegenstände erfolgen. 70 % der sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich zumindest 1-mal während ihres Lebens mit HPV. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr. In 80 % der Fälle ist die Infektion nach einem Jahr nicht mehr nachweisbar. Bei den verbleibenden 20 % persistiert das Virus und bleibt weiter nachweisbar. Es kann im Laufe der Jahre zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals, zu Dysplasien und Neoplasien, d.h. Krebserkrankungen führen ? Bekannt dafür sind die Typen 16, 18 und 31, während die Formen 6 und 11 Genitalwarzen (Kondylome) verursachen, die häufig schmerzhaft sind und einer langwierigen und oft schmerzhaften Therapie bedürfen.

Durch Studien mit dem neuen Impfstoff konnte nun gezeigt werden, dass durch die Impfung hohe Schutztiter gegen die Viren 6, 11, 16 und 18 erzeugt werden und dass dies insbesondere bei Jugendlichen besonders deutlich festzustellen ist.

Fazit hieraus ist, dass eine Impfung gegen HPV vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen sollte (ca. 30 % der 15-jährigen Mädchen sind bereits sexuell aktiv?), aber auch bereits sexuell-aktive Frauen profitieren von der Impfung, wenn sie noch keine HPV-Infektion durchgemacht haben. Eine Impfung männlicher Jugendlicher könnte die Infektionskette zur Frau unterbrechen und diese außerdem vor Genitalwarzen schützen.
Die in Deutschland praktizierte Krebsvorsorgeuntersuchung mittels regelmäßiger Abstriche (PAP-Abstrich) vom Muttermund hat zu einer deutlichen Reduktion der Sterblichkeit an Gebärmutterkrebs geführt und steht außer Frage! Die Impfung ist also kein Ersatz, kann aber gezielt die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses verhindern.

Grundimmunisiert wird übrigens 3-mal innerhalb eines Zeitraumes zwischen 6 bis 12 Monaten. Möglicherweise kann eine Auffrischimpfung innerhalb von einigen Jahren nötig sein. Die Impfung ist nebenwirkungsarm, es kann selten zu Fieber, Schwellung und Schmerz an der Einstichstelle kommen.
Im Alter zwischen 13 und 19 Jahren wird die Impfung mittlerweile von den Krankenkassen übernommen, sind Sie älter, so kosten alle 3 Basisimpfungen ca. 480 Euro.

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