Kontrazeption

Hormonelle Verhütung


Von "der Pille" zu sprechen ist sehr vereinfachend. Inzwischen gibt es sehr unterschiedliche Variationen der Antibabypille. Alle haben jedoch eine Eigenschaft gemeinsam, sie unterdrücken mittels Hormonen den Eisprung:
  • Monophasische Kombinationspräparate
  • Stufenpräparate
  • Sequenzpräparate
  • Minipille

Wirkprinzip

Durch die Gabe von synthetischen Hormonen, Östrogenen und Gestagenen (Schwangerschaftshormon) wird dem Körper eine Schwangerschaft vorgetäuscht und die Eierstöcke in ihrer Funktion eingeschränkt. Es kommt somit zu keinem Eisprung. Zusätzlich wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, die Konsistenz des Gebärmutterhals-Schleimes und die Bewegung der Eileiter verändert, was zu einer weiteren Einschränkung der Fruchtbarkeit führt. Vor der Regelblutung wird die Hormongabe unterbrochen und es kommt zur Blutung.

Anwendung

Generell sollte versucht werden ein möglichst niedrig dosiertes Präparat einzunehmen, um die Nebenwirkungen gering zu halten. Frauen, die zu Thrombosen neigen, oder in deren Familie gehäuft Thrombosen aufgetreten sind, wird von der Pille abgeraten. Ab einem Alter von 40 Jahren, insbesondere beim Vorliegen von Risikofaktoren wie Rauchen und Thrombosen sollte unbedingt auf den Gebrauch der Pille verzichtet werden.

Nebenwirkungen

Veränderte Monatsblutungen, Schmierblutungen oder ein Ausbleiben der Regel kann auftreten. Sollte dieses länger als drei Monate anhalten, wird empfohlen das Präparat zu wechseln. Das Thromboserisiko stieg bei früheren Präparaten erheblich, auch bei den heutigen ist es deutlich erhöht. Bei Frauen die gleichzeitig noch rauchen steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt.

Aber es gibt auch erwünschte Nebenwirkungen. So wird die Pille oft auch gegen Akne, Haarausfall und "übermäßige männliche" Behaarung verschrieben. Sie kann unter Umständen bei manchen Formen der Regelbeschwerden auch Erleichterung verschaffen, sowie zur Therapie von einigen Eierstock-Zysten verwendet werden.

Nach dem Absetzen der Pille ist oft der erste Zyklus verlängert, die Fruchtbarkeit soll aber nicht beeinträchtigt sein. Die Pille weist je nach Präparat eine sehr hohe Sicherheit auf. Mit Ausnahme von der Minipille beträgt der pearl-index 0,2-0,4. Dies gilt aber nur bei einer regelmäßigen, pünktlichen Einnahme. Innerhalb welcher Zeit eine vergessene Pille ohne Beeinträchtigung der Sicherheit noch nachgenommen werden kann, hängt vom Präparat ab und ist dem Beipackzettel zu entnehmen. Es ist wichtig zu wissen, dass bei Erbrechen und starkem Durchfall die Sicherheit auch beeinträchtigt wird. Zusätzlich bewirken einige Medikamente, unter anderem Babiturate und einige Antibiotika, einen schnelleren Abbau der Hormone. Eine ausführliche Aufklärung werden Sie bei uns in der Frauenarztpraxis bekommen, bei Fragen wenden Sie sich auch gerne telefonisch bitte an uns.

Spirale


Die Spirale reizt dauerhaft die Gebärmutterschleimhaut. Die Kupferionen, die von der Kupferwicklung abgegeben werden, sind wichtig für die kontrazeptive Wirkung, ihr Wirkmechanismus ist noch nicht bekannt.

Die hormonhaltigen Spiralen geben eine Form des Gelbkörperhomons Progesteron (Levonorgestrel) ab. Dieses Hormon wirkt nur lokal, dass heißt in der Gebärmutter. Es soll die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verändern. Zusätzlich soll es durch eine Verdichtung des Schleimpfropfes im Gebärmutterhals und einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit der Spermien ein Aufsteigen der Spermien zur Eizelle verhindern oder zumindest einschränken. Diese Eigenschaft soll auch dafür verantwortlich sein, dass bei hormonhaltigen Spiralen seltener Eileiterschwangerschaften auftreten, als bei den klassischen Spiralen.

Anwendung

Die Spirale wird immer am Ende der Regelblutung eingesetzt. Dieser Vorgang kann insbesondere bei den hormonhaltigen Spiralen etwas schmerzhaft sein. Ein dünner Faden reicht durch den Gebärmutterhals bis in die Scheide und dient der Kontrolle, ob die Spirale nicht vom Körper abgestoßen wurde. Nach dem Einsetzen muss die Lage im Ultraschall kontrolliert werden. Dieses sollte nach der nächsten Regelblutung d.h. nach etwa 6 Wochen wiederholt werden. Die Benutzung der Spirale sollte nicht ohne regelmäßige ärztliche Kontrolle durchgeführt werden, wir empfehlen halbjährliche Check-ups. Die Spirale kann 3- 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben. Die Sicherheit ist je nach Spirale unterschiedlich. Bei Spiralen mit und ohne Kupfer beträgt der pearl-index 0,5-3, bei hormonhaltigen Spiralen ca. 0,05-0,01.

Nebenwirkungen

  • Unterleibsschmerzen
  • Gestörte Regelblutungen (unregelmäßig, stärker, mit größeren Schmerzen, Schmierblutungen oder vollständiges Ausbleiben der Blutung [in ca. 20%])
  • Selten Entzündungen der Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Scheide schlimmstenfalls in Folge dessen gelegentlich resultierende Unfruchtbarkeit
  • 4-10fach erhöhte Häufigkeit von Eileiter- und Eierstockschwangerschaften, (angeblich deutlich reduziert bei hormonhaltigen Spiralen). Daher bei ausbleibender Regelblutung unbedingt Schwangerschaftstest machen. (in Auszügen aus dem Verhütungs-ABC)

Dies war nur eine ausgesuchte Abhandlung zweier Verhütungsmethoden, natürliche Methoden und Barrieremethoden ebenso ausgelassen wie neukonzipierte Verhütungscomputer. Wenn Sie noch mehr über diese oder andere Verhütungsmethoden wissen wollen, fragen Sie uns bitte jederzeit...oder schauen Sie z.B.unter...

http://www.pille.com/

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